Wähle deine Messmethode, gib Winkel und Abstand, die Schattenlängen oder deine Stockmessung ein – der Rechner ermittelt die Höhe des Baumes und zeigt dir, wie groß der Fallbereich beim Fällen ist.
Ob du einen Baum fällen, einen Baumpfleger beauftragen, die Brennholzmenge abschätzen oder einfach nur wissen willst, wie hoch die alte Eiche im Garten ist: Die Höhe eines Baumes lässt sich mit etwas Schulmathematik erstaunlich gut bestimmen. Alle Methoden auf dieser Seite beruhen auf demselben Prinzip – ähnlichen, rechtwinkligen Dreiecken. Du misst eine Strecke am Boden, die du leicht erreichst, und rechnest daraus auf die Höhe hoch.
| Methode | Du brauchst | Genauigkeit (Richtwert) | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Winkel + Abstand | Neigungsmesser oder Handy-App, Maßband | ca. ±5 % | Fast alle Situationen |
| Schattenmethode | Stab, Maßband, Sonnenschein | ca. ±5–10 % | Freistehende Bäume auf ebenem Gelände |
| Försterdreieck / Stock (45°) | Geodreieck oder gerader Stock, Maßband | ca. ±10 % | Schnelle Messung ohne Hilfsmittel |
| Lineal-Peilung | Lineal, Maßband, Helfer | ca. ±10–15 % | Grobe Abschätzung |
Die Genauigkeit hängt vor allem davon ab, wie sorgfältig du misst. Profis verwenden spezielle Höhenmesser oder Laser-Entfernungsmesser, die nach denselben Formeln arbeiten.
Die genaueste Methode für Laien: Du stellst dich in einiger Entfernung zum Baum auf, misst den waagerechten Abstand zur Stammmitte und peilst mit einem Neigungsmesser die Baumspitze an. Viele Smartphones haben einen Neigungsmesser in der Wasserwaagen- oder Maßband-Funktion, alternativ gibt es kostenlose Apps. Dann gilt:
Baumhöhe = tan(Winkel) × Abstand + Augenhöhe
Beispiel: Du stehst 30 m vom Stamm entfernt, der Winkel zur Spitze beträgt 35° und deine Augenhöhe 1,60 m. tan(35°) ≈ 0,70, also 0,70 × 30 m = 21,0 m. Plus Augenhöhe ergibt das eine Baumhöhe von rund 22,6 m.
Am genauesten wird die Messung, wenn der Winkel zwischen etwa 30° und 60° liegt. Stehst du zu nah am Baum, wirken sich kleine Winkelfehler stark aus, und die Spitze ist oft von der Krone verdeckt. Bei Laubbäumen mit breiter Krone solltest du etwas weiter weggehen, damit du wirklich den höchsten Punkt anpeilst und nicht einen vorderen Ast.
| Winkel | tan(α) | Höhe bei 20 m Abstand* | Höhe bei 30 m Abstand* |
|---|---|---|---|
| 20° | 0,36 | 8,9 m | 12,5 m |
| 30° | 0,58 | 13,1 m | 18,9 m |
| 40° | 0,84 | 18,4 m | 26,8 m |
| 45° | 1,00 | 21,6 m | 31,6 m |
| 50° | 1,19 | 25,4 m | 37,4 m |
| 60° | 1,73 | 36,2 m | 53,6 m |
* inklusive 1,60 m Augenhöhe, ebenes Gelände
Scheint die Sonne, kannst du die Baumhöhe über den Schatten bestimmen. Stelle einen Stab bekannter Länge senkrecht auf und miss seinen Schatten. Direkt danach misst du den Schatten des Baumes vom Stamm bis zur Schattenspitze. Weil die Sonnenstrahlen parallel einfallen, ist das Verhältnis von Höhe zu Schattenlänge bei Stab und Baum gleich:
Baumhöhe = Schattenlänge Baum × Stablänge ÷ Schattenlänge Stab
Beispiel: Ein 1 m langer Stab wirft einen Schatten von 0,80 m, der Baum einen von 18 m. Die Höhe beträgt 18 × 1 ÷ 0,8 = 22,5 m. Miss beide Schatten kurz nacheinander, denn sie wandern mit der Sonne. Am besten eignen sich die Stunden am Vormittag oder Nachmittag, wenn die Schatten weder extrem lang noch sehr kurz sind. Das Gelände sollte eben sein.
Die klassische Methode der Förster kommt ganz ohne Rechnen aus. Bei einem Winkel von 45° ist tan(45°) = 1 – die Höhe über Augenhöhe ist also genauso groß wie der Abstand zum Baum.
Baumhöhe = Abstand zum Stamm + Augenhöhe (bei 45° Peilwinkel)
Mit dem Försterdreieck: Halte ein gleichschenklig-rechtwinkliges Dreieck (z. B. ein Geodreieck) mit einer Kathete waagerecht auf Augenhöhe und peile an der Hypotenuse entlang. Gehe so lange vor oder zurück, bis du die Baumspitze genau über die schräge Kante siehst. Dann misst du den Abstand zum Stamm und addierst deine Augenhöhe.
Mit einem Stock: Nimm einen geraden Stock und strecke den Arm waagerecht auf Augenhöhe aus. Halte den Stock senkrecht in der Faust, sodass das Stück über der Faust genauso lang ist wie der Abstand von deinem Auge bis zur Faust. Suche dir dann die Position, an der die Stockspitze genau die Baumspitze verdeckt, während du über die Faust waagerecht peilst. Jetzt schaust du im 45°-Winkel nach oben – die Baumhöhe ist wieder Abstand plus Augenhöhe.
Wenn du nicht bis zur 45°-Position gehen kannst, hilft der Strahlensatz. Halte ein Lineal senkrecht mit ausgestrecktem Arm und lies ab, welcher Abschnitt den Baum vom Fuß bis zur Spitze genau abdeckt. Miss den Abstand vom Auge zum Lineal (bei den meisten Erwachsenen 55–70 cm) und den Abstand zum Baum:
Baumhöhe = Abschnitt am Lineal ÷ Abstand Auge–Lineal × Abstand zum Baum
Deckt ein Abschnitt von 40 cm den Baum ab, während das Lineal 60 cm vom Auge entfernt ist, und stehst du 30 m vom Stamm weg, ist der Baum etwa 40 ÷ 60 × 30 = 20 m hoch. Die Methode ist recht grob, weil schon kleine Ablesefehler viel ausmachen.
Die Baumhöhe ist die wichtigste Größe für die Sicherheit beim Fällen. Als Fallbereich (Gefahrenbereich) gilt nach den Regeln der Forstarbeit ein Kreis mit mindestens der doppelten Baumlänge um den zu fällenden Baum. Mindestens das 1,5-Fache der Baumhöhe solltest du in Fallrichtung zu Gebäuden, Straßen, Stromleitungen und Nachbargrundstücken frei haben – der Baum kann beim Aufschlag noch springen, abrollen oder Äste wegschleudern.
Wie viel Holz der gefällte Baum bringt, schätzt du mit dem Festmeter-Rechner; das Alter verrät dir der Baumalter-Rechner. Wie schwer die Ladung wird und ob sie auf deinen Hänger passt, zeigen der Holzgewicht-Rechner und der Anhänger-Rechner. Frisch geschlagenes Holz muss anschließend gut trocknen – Tipps dazu unter Brennholz trocknen.
Am einfachsten misst du den waagerechten Abstand zum Stamm und den Winkel zur Baumspitze, etwa mit einer Neigungsmesser-App. Die Baumhöhe ist dann tan(Winkel) × Abstand + Augenhöhe. Ohne Hilfsmittel funktionieren die Schattenmethode und das Försterdreieck.
Du peilst über ein gleichschenklig-rechtwinkliges Dreieck die Baumspitze im 45°-Winkel an. Bei 45° ist die Höhe über Augenhöhe genauso groß wie der Abstand zum Baum. Baumhöhe = Abstand zum Stamm + Augenhöhe.
Halte einen Stock senkrecht mit waagerecht ausgestrecktem Arm, sodass das Stück über der Faust so lang ist wie der Abstand vom Auge zur Faust. Gehe so weit vom Baum weg, bis die Stockspitze die Baumspitze verdeckt. Dann ist die Baumhöhe gleich dem Abstand zum Stamm plus deiner Augenhöhe.
Als Gefahrenbereich gilt ein Kreis mit der doppelten Baumlänge um den Baum. In Fallrichtung sollten mindestens das 1,5-Fache der Baumhöhe frei von Personen, Gebäuden und Leitungen sein. Bei einem 20 m hohen Baum sind das 30 bis 40 m.
Ausgewachsene Buchen und Eichen erreichen meist etwa 30 bis 40 m, Fichten und Tannen auch 40 m und mehr. Obstbäume bleiben mit etwa 5 bis 10 m deutlich kleiner, Birken werden meist 15 bis 25 m hoch. Die tatsächliche Höhe hängt stark von Standort und Alter ab.