Messwert eingeben und sofort sehen, ob dein Holz ofenfertig ist – inklusive Umrechnung von Holzfeuchte in Wassergehalt und Heizwert pro Kilogramm. Darunter: Trocknungsdauer je Holzart und Tipps zur richtigen Lagerung.
Frisch geschlagenes Holz besteht zu etwa 50 % aus Wasser. Beim Verbrennen muss dieses Wasser erst verdampfen – das kostet Energie, senkt die Temperatur im Brennraum und führt zu unvollständiger Verbrennung. Die Folgen: weniger Wärme, mehr Feinstaub und Rauch, verrußte Scheiben und im schlimmsten Fall Glanzruß und Versottung im Schornstein. Trockenes Holz liefert pro Kilogramm dagegen fast doppelt so viel nutzbare Energie wie frisches.
Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) schreibt vor, dass Scheitholz in Kaminöfen und anderen Kleinfeuerungsanlagen nur verbrannt werden darf, wenn seine Feuchte unter 25 % bezogen auf das Trockengewicht liegt. Ideal für einen sauberen Abbrand sind 15–20 % Holzfeuchte. Der Schornsteinfeger kann die Holzfeuchte bei der Feuerstättenschau kontrollieren.
Im Alltag werden zwei Werte verwechselt: Die Holzfeuchte u bezieht die Wassermenge auf das Gewicht des trockenen Holzes, der Wassergehalt w auf das Gewicht des feuchten Holzes. Holzfeuchte-Messgeräte und die 1. BImSchV verwenden die Holzfeuchte u, Heizwert- Angaben beziehen sich dagegen oft auf den Wassergehalt w.
Wassergehalt w = u ÷ (100 + u) × 100
Holzfeuchte u = w ÷ (100 − w) × 100
| Holzfeuchte u | Wassergehalt w | Heizwert | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 10 % | 9,1 % | 4,61 kWh/kg | ofenfertig |
| 15 % | 13,0 % | 4,38 kWh/kg | ofenfertig |
| 20 % | 16,7 % | 4,17 kWh/kg | ofenfertig |
| 25 % | 20,0 % | 3,98 kWh/kg | zu feucht |
| 30 % | 23,1 % | 3,80 kWh/kg | zu feucht |
| 40 % | 28,6 % | 3,48 kWh/kg | zu feucht |
| 50 % | 33,3 % | 3,20 kWh/kg | zu feucht |
| 70 % | 41,2 % | 2,74 kWh/kg | zu feucht |
| 100 % | 50,0 % | 2,23 kWh/kg | zu feucht |
Heizwert berechnet aus 18,5 MJ/kg für absolut trockenes Holz abzüglich der Verdampfungswärme des enthaltenen Wassers.
Gespaltenes Holz, das luftig und überdacht gelagert wird, erreicht je nach Holzart nach ein bis drei Jahren die gewünschte Restfeuchte. Ungespaltene Rundlinge trocknen deutlich langsamer.
| Holzart | Trocknungsdauer (gespalten, gut gelagert) |
|---|---|
| Pappel, Fichte, Tanne, Weide | ca. 1 Jahr |
| Kiefer, Lärche, Erle, Birke, Linde | ca. 1–1,5 Jahre |
| Buche, Esche, Ahorn, Hainbuche, Obstholz | ca. 1,5–2 Jahre |
| Eiche, Robinie | ca. 2–3 Jahre |
Die Trocknung geht im Frühjahr und Sommer am schnellsten. Holz, das im Winter geschlagen und bis zum Frühjahr gespalten wird, ist bei Nadelholz oft schon im nächsten Winter ofenfertig. Wie viel Holz du auf Vorrat brauchst, zeigt der Brennholzbedarf-Rechner.
Misst die Holzfeuchte in Sekunden – so weißt du sicher, ob dein Brennholz unter dem Grenzwert liegt und sauber verbrennt.
Messgerät ansehen*
Gespaltenes Holz trocknet deutlich schneller als Rundlinge. Mit einer guten Spaltaxt geht das kraftsparend.
Spaltaxt ansehen*Diese Anzeichen sind nur grobe Hinweise – verlässlich ist nur die Messung mit einem Holzfeuchtemessgerät.
Ofenfertiges Brennholz sollte 15–20 % Holzfeuchte haben. Gesetzlich erlaubt sind nach der 1. BImSchV Werte unter 25 % bezogen auf das Trockengewicht.
Gespaltenes Buchenholz braucht bei guter Lagerung etwa 1,5 bis 2 Jahre, bis es ofenfertig ist.
Ja: Klein spalten, luftig und sonnig lagern und nur oben abdecken beschleunigt die Trocknung deutlich. Kammergetrocknetes Holz aus dem Handel ist bereits nach wenigen Tagen ofenfertig, kostet aber mehr.
Die Holzfeuchte bezieht das Wasser auf das Trockengewicht des Holzes, der Wassergehalt auf das Gesamtgewicht. 25 % Holzfeuchte entsprechen daher nur 20 % Wassergehalt.
Nein. Holz mit 25 % Holzfeuchte oder mehr darf in Kaminöfen nicht verbrannt werden. Es erzeugt viel Rauch und Feinstaub, liefert wenig Wärme und schadet Ofen und Schornstein.