Wärmebedarf eingeben, eigene Preise eintragen – der Rechner zeigt dir die jährlichen Heizkosten für Brennholz, Pellets, Heizöl, Erdgas, Wärmepumpe, Fernwärme und Stromheizung und welche Heizung bei deinen Preisen am günstigsten ist.
Für einen fairen Heizkostenvergleich reicht es nicht, nur die Preise pro Liter, Tonne oder Kilowattstunde nebeneinanderzulegen. Entscheidend ist, wie viel nutzbare Wärme am Ende im Haus ankommt. Jede Heizung hat Verluste – ein Kessel verliert Wärme über das Abgas, ein Kaminofen über den Schornstein. Eine Wärmepumpe dagegen macht aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Der Rechner geht deshalb in drei Schritten vor:
1. Wärmebedarf = Wohnfläche × (Heizwärmebedarf pro m² + Warmwasser)
2. Brennstoffbedarf = Wärmebedarf ÷ Nutzungsgrad ÷ Energiegehalt pro Einheit
3. Heizkosten = Brennstoffbedarf × Preis pro Einheit
Bei der Wärmepumpe tritt an die Stelle des Nutzungsgrads die Jahresarbeitszahl (JAZ): Strombedarf = Wärmebedarf ÷ JAZ. Bei Fernwärme und Stromdirektheizung (Nachtspeicher, Infrarot, Elektroheizkörper) rechnet der Rechner vereinfacht mit einer Kilowattstunde bezahlter Energie pro Kilowattstunde Wärme.
Beispiel: Ein teilsaniertes Haus mit 120 m² braucht inklusive Warmwasser rund 120 × (140 + 12,5) = 18.300 kWh Wärme im Jahr. Mit einem Pelletkessel (Nutzungsgrad 90 %) sind dafür 20.333 kWh Brennstoff nötig – bei 4,8 kWh pro Kilogramm also gut 4,2 Tonnen Pellets. Bei 350 € pro Tonne ergibt das rund 1.480 € im Jahr. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3 braucht für die gleiche Wärme 6.100 kWh Strom, was bei 27 ct/kWh etwa 1.650 € kostet. Mit Erdgas zu 11 ct/kWh wären es rund 2.240 €.
Wenn du deinen tatsächlichen Verbrauch kennst, ist die Eingabe „Wärmebedarf selbst eingeben“ genauer als die Schätzung über die Wohnfläche. Aus alten Abrechnungen kannst du den Wärmebedarf grob ableiten: Heizölverbrauch in Litern × 10 × 0,9 bzw. Gasverbrauch in kWh × 0,9 ergibt die Nutzwärme in kWh.
Die folgende Tabelle zeigt, mit welchen Energiegehalten und Nutzungsgraden der Rechner arbeitet, und welche Preise als Voreinstellung eingetragen sind. Die Preisspannen sind grobe Orientierungswerte – Energiepreise schwanken regional und über die Zeit teils stark. Trage deshalb am besten deine aktuellen Angebote oder die Preise aus deiner letzten Rechnung ein.
| Energieträger | Energiegehalt | Nutzungsgrad | Voreinstellung | ≈ Kosten pro kWh Wärme |
|---|---|---|---|---|
| Brennholz (Buche) | ca. 2.100 kWh/Rm | 80 % | 120 €/Rm | ca. 7,1 ct |
| Holzpellets | ca. 4,8 kWh/kg | 90 % | 350 €/t | ca. 8,1 ct |
| Heizöl | ca. 10 kWh/l | 90 % | 1,00 €/l | ca. 11,1 ct |
| Erdgas | Abrechnung in kWh | 90 % | 11 ct/kWh | ca. 12,2 ct |
| Wärmepumpe | Strom | JAZ 3 (300 %) | 27 ct/kWh | ca. 9,0 ct |
| Fernwärme | Abrechnung in kWh Wärme | 100 % | 13 ct/kWh | ca. 13,0 ct |
| Stromdirektheizung | Strom | 100 % | 32 ct/kWh | ca. 32,0 ct |
Der Energiegehalt von Brennholz hängt stark von der Holzart ab: Ein Raummeter Fichte liefert nur rund 1.500 kWh, Buche etwa 2.100 kWh. Wähle im Rechner deshalb die Holzart, die du tatsächlich kaufst. Preise und Heizwerte verschiedener Hölzer kannst du im Brennholz-Rechner vergleichen; wie viel Holz du pro Winter brauchst, zeigt der Brennholzbedarf-Rechner.
Mit den Voreinstellungen oben ergeben sich folgende jährliche Heizkosten. 8.000 kWh entsprechen etwa einem gut gedämmten Neubau mit 110 m², 16.000–20.000 kWh einem teilsanierten Einfamilienhaus und 25.000 kWh einem unsanierten Altbau mit rund 120 m².
| Wärmebedarf | Brennholz | Pellets | Wärmepumpe | Heizöl | Erdgas | Fernwärme | Strom direkt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 8.000 kWh | 570 € | 650 € | 720 € | 890 € | 980 € | 1.040 € | 2.560 € |
| 12.000 kWh | 860 € | 970 € | 1.080 € | 1.330 € | 1.470 € | 1.560 € | 3.840 € |
| 16.000 kWh | 1.140 € | 1.300 € | 1.440 € | 1.780 € | 1.960 € | 2.080 € | 5.120 € |
| 20.000 kWh | 1.430 € | 1.620 € | 1.800 € | 2.220 € | 2.440 € | 2.600 € | 6.400 € |
| 25.000 kWh | 1.790 € | 2.030 € | 2.250 € | 2.780 € | 3.060 € | 3.250 € | 8.000 € |
Die Reihenfolge ist keine feste Regel: Schon kleine Preisänderungen können sie verschieben. Steigt der Strompreis für die Wärmepumpe auf 32 ct/kWh oder erreicht sie im unsanierten Altbau nur eine JAZ von 2,5, landet sie schnell hinter den Pellets und nahe am Heizöl. Kaufst du dagegen Brennholz günstig als Meterholz oder machst es selbst, sinken die Holzkosten deutlich.
Der Rechner vergleicht die laufenden Energiekosten. Für die Entscheidung für oder gegen eine neue Heizung kommen weitere Posten hinzu, die je nach System sehr unterschiedlich ausfallen:
Seit 2021 gibt es in Deutschland einen nationalen CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe. Er steckt bereits im Heizöl- und Gaspreis, den du bezahlst. 2025 lag er bei 55 € pro Tonne, für 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 €. Danach soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) übernehmen – wie hoch der Preis dann ausfällt, ist offen. Viele Fachleute rechnen eher mit steigenden Preisen. Holz und Pellets sind als biogene Brennstoffe vom nationalen CO₂-Preis ausgenommen.
| CO₂-Preis | Heizöl (ca. 2,66 kg CO₂/l) | Erdgas (ca. 0,18 kg CO₂/kWh) |
|---|---|---|
| 55 €/t | ca. 17 ct pro Liter | ca. 1,2 ct pro kWh |
| 65 €/t | ca. 21 ct pro Liter | ca. 1,4 ct pro kWh |
| 100 €/t | ca. 32 ct pro Liter | ca. 2,1 ct pro kWh |
Alle Werte inklusive 19 % Mehrwertsteuer und gerundet. Der Rechner zeigt dir unter den Ergebnissen, wie viel CO₂ deine Öl- oder Gasheizung pro Jahr ausstößt und welcher Betrag davon auf den CO₂-Preis entfällt. Möchtest du prüfen, wie sich steigende CO₂-Preise auswirken, erhöhe einfach den Öl- oder Gaspreis im Rechner um den entsprechenden Aufschlag aus der Tabelle. Mehr zur CO₂-Bilanz von Holz findest du im Holz-CO₂-Rechner.
Bei den laufenden Energiekosten liegen Brennholz, Pellets und eine effiziente Wärmepumpe meist vorne, Heizöl, Erdgas und Fernwärme in der Mitte und reine Stromdirektheizungen deutlich dahinter. Die genaue Reihenfolge hängt von deinen Preisen und – bei der Wärmepumpe – von der Jahresarbeitszahl ab.
Teile den Wärmebedarf in kWh durch den Nutzungsgrad der Heizung und den Energiegehalt des Brennstoffs und multipliziere das Ergebnis mit dem Preis. Beispiel Heizöl: 18.000 kWh ÷ 0,9 ÷ 10 kWh/l = 2.000 Liter, bei 1,00 € pro Liter also rund 2.000 € im Jahr.
Als Richtwert braucht ein unsanierter Altbau etwa 200 kWh pro m² und Jahr, ein teilsanierter Altbau rund 140 kWh, ein gut sanierter Bau etwa 100 kWh und ein Neubau ab 2010 rund 60 kWh. Für Warmwasser kommen etwa 12,5 kWh pro m² hinzu.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe über das Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Bei einer JAZ von 3 kostet eine Kilowattstunde Wärme nur ein Drittel des Strompreises. Luft-Wärmepumpen erreichen im Altbau oft etwa 2,5 bis 3,5, in gut gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung mehr.
Meist ja: Mit Buchenholz zu 120 € pro Raummeter kostet eine Kilowattstunde Wärme rund 7 ct, mit Erdgas zu 11 ct/kWh rund 12 ct. Dafür brauchst du Lagerplatz, trockenes Holz und etwas Arbeit beim Nachlegen. Wer das Holz selbst macht, heizt oft noch günstiger.
Nein. Der Rechner vergleicht nur die Kosten für Brennstoff, Strom oder Wärme. Grundpreise, Wartung, Schornsteinfeger, Hilfsstrom und Anschaffungskosten kommen je nach Heizung noch hinzu.